Aussehen und Merkmale
Das Tagpfauenauge gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Tagfaltern Europas. Besonders auffällig sind die großen, augenähnlichen Flecken auf der Oberseite der Flügel, die in kräftigen Farben wie Rot, Blau, Gelb und Schwarz leuchten. Diese „Augen“ dienen der Abschreckung von Fressfeinden. Die Flügelspannweite beträgt etwa 50 bis 55 Millimeter. Die Unterseite der Flügel ist dagegen dunkelbraun bis schwarz gefärbt und tarnt den Falter hervorragend, wenn er mit geschlossenen Flügeln ruht.
Verbreitung und Lebensräume
Das Tagpfauenauge ist in fast ganz Europa verbreitet und kommt außerdem in Teilen Nordafrikas sowie in gemäßigten Zonen Asiens vor. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet und häufig anzutreffen. Dank seiner Anpassungsfähigkeit gehört das Tagpfauenauge zu den stabileren Schmetterlingsarten, auch wenn es regional zu Bestandsschwankungen kommen kann.
Als Lebensraum nutzt das Tagpfauenauge eine Vielzahl strukturreicher Landschaften. Dazu zählen Wiesen, Waldränder, Parks, Gärten, Feldraine und lichte Wälder. Wichtig sind sonnige Bereiche mit einem reichhaltigen Angebot an Nektarpflanzen sowie das Vorkommen der Raupenfutterpflanzen. Besonders entscheidend ist dabei die Große Brennnessel (Urtica dioica), die oft an nährstoffreichen, wenig gestörten Standorten wächst.
Lebenszyklus und Entwicklung
Die Biologie der Art ist gut erforscht. Das Tagpfauenauge überwintert – ähnlich wie der Zitronenfalter – als erwachsener Schmetterling in frostsicheren Verstecken wie Kellern, Baumhöhlen oder Schuppen. Im Frühjahr werden die Falter wieder aktiv, paaren sich und legen ihre Eier in großen Gelegen an die Unterseite von Brennnesselblättern. Die schwarzen, stacheligen Raupen leben gesellig und verpuppen sich nach mehreren Häutungen. Je nach Witterung schlüpfen im Sommer die neuen Falter, die sich von Nektar ernähren und im Spätsommer geeignete Überwinterungsquartiere aufsuchen.
Förderung im Garten
Im eigenen Garten kann das Tagpfauenauge gezielt gefördert werden. Besonders wichtig ist es, Brennnesseln an einem sonnigen oder halbschattigen Platz stehen zu lassen, da sie unverzichtbar für die Raupen sind. Zusätzlich helfen nektarreiche Pflanzen wie Disteln, Flockenblumen oder Acker-Witwenblumen, im Frühjahr werden auch blühende Gehölze wie Weiden oder Schlehen sehr gerne besucht. Ein naturnaher Garten mit wilden Ecken, Verzicht auf Pestizide und Möglichkeiten zum Überwintern bietet dem Tagpfauenauge optimale Bedingungen und trägt zum Erhalt dieser eindrucksvollen Schmetterlingsart bei.


