Ranunculus_acris_2007-05-24

Scharfer Hahnenfuß – Ranunculus acris

Juni 2026

Wer kennt sie nicht, die im Frühjahr von vielen Hahnenfuß-Blüten überzogenen Wiesen? Auf die kräftige goldgelbe Färbung der Blüten geht die Bezeichnung „Butterblume“ für unsere häufigsten Hahnenfuß-Arten zurück, ein volkstümlicher Name, der allerdings auch für den Gewöhnlichen Löwenzahn verwendet wird. Dieser kann zur Blütezeit ebenfalls ganze Wiesenflächen gelb färben.

Der Name Hahnenfuß begegnet uns schon in Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts. Er bezieht sich auf die handförmig geteilten Blätter, die im Umriss einem Vogelfuß ähneln. Der wissenschaftliche Gattungsname Ranunculus bedeutet korrekt übersetzt kleiner Frosch (lat. rana = Frosch). Er verweist auf die feuchten Standorte vieler Hahnenfuß-Arten, wo sie in Gemeinschaft mit Fröschen vorkommen.

Vorkommen und Erscheinungsbild

Der Scharfe Hahnenfuß (lat. acer = scharf) wurde nach dem brennenden, scharfen Geschmack der frischen Pflanze benannt. Obwohl alle Hahnenfuß-Arten leicht giftig sind, gelten einige als besonders toxisch, unter ihnen auch der Scharfe Hahnenfuß. Getrocknet als Heu ist er allerdings unschädlich. Er begegnet uns in Wiesen und Weiden aller Art.

Wenn sich Kriechender und Scharfer Hahnenfuß auch auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, haben sie beim genauen Hinsehen doch völlig verschiedene Wuchsformen. Beim Kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens) liegt der Stängel auf dem Boden. Die Kriechtriebe (lat. repere = kriechen) bewurzeln sich an den Knoten, also den Ansatzstellen der Blätter. Die lang gestielten Blätter und Blüten erheben sich bis zu 40 cm über den Boden. Der Stängel des Scharfen Hahnenfußes dagegen wächst „normal“ aufrecht.

Blattmerkmale

Zum Unterscheiden der beiden Arten braucht man aber nicht erst die Wuchsform analysieren, es reichen auch die Grundblätter. Der Scharfe Hahnenfuß hat handförmig geteilte, typische Hahnenfuß-Blätter mit 5 bis 7 Teilblättern. Die Blätter des Kriechenden Hahnenfußes sind im Umriss eher dreieckig. Die drei Teilblätter sind deutlich getrennt, das mittlere ist stets länger gestielt als die beiden seitlichen.

Ökologische Bedeutung für Insekten

Die lackglänzenden Blütenblätter der Hahnenfuß-Arten locken Insekten an, die hier Nektar finden. Zupft man ein einzelnes Blatt aus der Blüte, sieht man am Grund die Nektargrube, die von einer Nektarschuppe bedeckt wird. Der Lackglanz der Blütenblätter kommt durch die äußeren Zellschichten zustande, in denen Stärkekörner eingelagert sind, die das Licht streuen und reflektieren.

Als Blütenbesucher können viele verschiedene Wildbienen-Arten, aber auch einige Schmetterlinge und Schwebfliegen beobachtet werden.