Wohl kaum eine heimische Staude übt eine solche Anziehungskraft auf Schmetterlinge aus, wie der Gewöhnliche Dost. Die vielen kleinen Blüten produzieren kontinuierlich Nektar. Die Blütenstände bieten viele Einzelblüten gleichzeitig, Schmetterlinge bleiben daher oft lange auf einer Pflanze und können hier sehr effizient Nahrung aufnehmen. Die rosa-violette Blütenfarbe liegt zudem genau im bevorzugten Wahrnehmungsbereich vieler Bestäuber und wirkt ähnlich attraktiv wie bei der Skabiosen-Flockenblume. Der Gewöhnliche Dost erzeugt durch seine ätherischen Öle außerdem einen intensiven Duft, der vermutlich zusätzlich als Fernsignal für Insekten wirken kann. Die lange Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Der Dost kommt auch auf mageren Böden zurecht und hat eine hohe Trockenheitsverträglichkeit. Es handelt sich also um eine sehr pflegeleichte Pflanze, die in jeden Garten gehört.
Der Gewöhnliche Dost wird von Tagfalterarten aus allen Familien besucht. Im Garten finden sich besonders häufig Admiral, Tagpfauenauge, Distelfalter oder Landkärtchen ein, aber auch Schwalbenschwanz, Schachbrettfalter, Großes Ochsenauge und verschiedene Bläulinge sowie Dickkopffalter konnten in Bielefelder Gärten schon am Gewöhnlichen Dost beobachtet werden.
Unter den Wildbienen finden sich bei uns kaum auf Lippenblütler spezialisierte Arten. Dennoch ist der Gewöhnliche Dost auch eine wertvolle Pollen- und Nektarquelle für diese Insektengruppe. Neben Hummeln, treten insbesondere Furchen- und Schmalbienen häufig am Dost auf.
Wildbienen: ** / Schwebfliegen: * / Schmetterlinge: ***
Lippenblütler-Spezialisten in Ostwestfalen-Lippe (in NRW gefährdete Arten im Fettdruck):
- Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata)
Der Gewöhnliche Dost kann auch als Gewürzpflanze in der Küche genutzt werden („Wilder Oregano“). Viele Küchenkräuter haben einen Wert als Pollen- und Nektarquelle für Insekten: Minzen, Salbei, Thymian, Rosmarin oder Lauch, sie alle werden intensiv von Insekten besucht. Mit einem Küchenbeet (z.B. als Hochbeet oder Kräuterspirale) lassen sich also Eigenversorgung für die Küche und Insektenförderung im eigenen Garten hervorragend verbinden.

Gewöhnlicher Dost

Gefleckte Kuckuckshummel – Bombus vestalis

Gewöhnliche Furchenbiene – Halictus simplex

Großes Ochsenauge – Maniola jurtina

Grünader-Weißling – Pieris napi

Kleiner Feuerfalter – Lycaena phlaeas

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling – Polyommatus agestis

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling – Polyommatus agestis

Kleines Fünffleck-Widderchen – Zygaena viciae

Mattscheckiger Dickkopffalter – Thymelicus acteon