Der Gewöhnliche Natternkopf ist mit seiner aufragenden Wuchsform und seinen zahlreichen Blüten ein echter Blickfang in jedem Garten und zugleich ein absoluter Insektenmagnet. Hier lassen sich Tagfalterarten aus allen Familien bei der Nektaraufnahme beobachten und auch für Wildbienen hat diese Staude eine herausragende Bedeutung.
Neben Generalisten wie Hummeln sowie diversen Schmal- und Furchenbienenarten bietet der Gewöhnliche Natternkopf auch Natternkopf-Spezialisten die unentbehrliche Pollenquelle.
Wildbienen: *** / Schmetterlinge: *** / Käfer: *
Natternkopf-Spezialisten in Ostwestfalen-Lippe (in NRW gefährdete Arten im Fettdruck):
- Gewöhnliche Natternkopfbiene (Hoplitis adunca)
- Matte Natternkopfbiene (Hoplitis anthopocoides)
Wer in seinem Garten den Gewöhnlichen Natternkopf ansiedelt, muss in der Regel gar nicht lange warten, bis auch die Gewöhnliche Natternkopfbiene auftaucht. Diese Bienen sind echte Experten darin, Natternkopfbestände zu finden, an die sie eng gebunden sind. Schon im Mai, oftmals noch bevor die ersten Natternkopfblüten aufgehen, schwirren die Männchen der Gewöhnlichen Natternkopfbiene umher und warten auf das leicht zeitverzögerte Erscheinen der Weibchen. Die Weibchen verproviantieren ihre oberirdischen Brutzellen ausschließlich mit den Blütenprodukten des Natternkopfes und lassen sich wunderbar bei der Arbeit an dessen Blüten beobachten.
Die Matte Natternkopfbiene stellt etwas höhere Ansprüche an den Nistplatz und ist in Ostwestfalen-Lippe sehr selten. Sie gehört zu den Arten die ihre Brutzellen selbst mörtelt und mit Vorliebe an grobes Gestein klebt. Sie besiedelt bei uns in erster Linie Steinbrüche mit guten Beständen des Gewöhnlichen Natternkopfes. Vielleicht würde sich auch ein Garten mit Trockenmauern aus Natursteinen und einem guten Natternkopfangebot als Lebensraum eignen.
Die beiden Natternkopfbienen lassen sich anhand von Fotos nicht gut unterscheiden, da man das entscheidende Merkmal (die Farbe der winzigen Sporne an den Beinen) auf Fotos oft nicht erkennen kann.
Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine zweijährige Staude, die nach der Samenreife im Herbst abstirbt und sich fortwährend neu über Samen vermehren muss. Dadurch kann es in Gärten, in denen auf Grund von starker Pflanzenbedeckung an geeigneten Keimbetten für den Natternkopf fehlt, auch phasenweise wieder zum Verschwinden dieser wertvollen Staude kommen. Will man den Gewöhnlichen Natternkopf dauerhaft im Garten halten, ist es also wichtig für einen ausreichenden Rohbodenanteil mit Licht im offenen Keimbett zu sorgen. Der Natternkopf wird es mit toller Blütenpracht und einem reichen Insektenleben danken.

Gewöhnlicher Natternkopf

Gartenhummel – Bombus hortorum

Gewöhnliche Natternkopfbiene – Hoplitis adunca

Gewöhnliche Natternkopfbiene – Hoplitis adunca

Karst-Weißling – Pieris mannii

Matte Natternkopfbiene – Hoplitis anthopocoides

Schwalbenschwanz – Papilio machaon

Trauer-Rosenkäfer – Oxythyrea fumesta

Gewöhnlicher Natternkopf

Gewöhnlicher Natternkopf