Aussehen und Merkmale
Die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) ist eine auffällige Wildbienenart, die zu den frühesten Bestäubern im Jahr gehört. Sie wird wegen ihres dichten, pelzigen Haarkleids und ihres schnellen, summenden Fluges oft mit Hummeln verwechselt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich: Die Weibchen treten in zwei Farbvarianten auf und sind braun oder schwarz behaart, während die Männchen hellgrau bis beige gefärbt sind und auffällige, hell behaarte „Schnurrbärte“ im Gesicht tragen. Mit einer Körperlänge von etwa 11 bis 14 Millimetern zählt die Frühlings-Pelzbiene zu den mittelgroßen Wildbienen.
Verbreitung und Lebensräume
Die Art ist in weiten Teilen Europas, im Mittelmeerraum sowie in West- und Zentralasienverbreitet. In Deutschland ist sie relativ häufig, besonders in wärmeren Regionen und in Städten. Sie profitiert von milden Wintern und von blütenreichen Gärten und Parks.
Als Lebensraum bevorzugt die Frühlings-Pelzbiene sonnige, warme Standorte wie Gärten, Parks, Waldränder, Trockenrasen, Löss- und Lehmwände oder sandige Böschungen. Besonders wichtig sind offene, steile Erd- oder Lehmflächen, in die sie ihre Nester gräbt. Auch in Mauerritzen oder alten Lehmfachwerken kann sie Nistplätze finden.
Lebenszyklus und Entwicklung
Die Biologie der Art ist typisch für solitär lebende Wildbienen. Im Gegensatz zu Honigbienen oder Hummeln bildet die Frühlings-Pelzbiene keine Staaten. Jedes Weibchen legt eigenständig Nester an, in denen es mehrere Brutzellen mit Pollen und Nektar als Nahrungsvorrat für die Larven anlegt. Die Flugzeit beginnt manchmal schon Ende Februar und reicht bis in den Mai. Die Männchen erscheinen meist etwas früher als die Weibchen und patrouillieren an Blüten, um paarungsbereite Weibchen zu finden. Besonders gern besucht die Frühlings-Pelzbiene früh blühende Pflanzen wie Lungenkraut, Taubnesseln, Lerchensporn oder Schlüsselblumen und ist daher ein wichtiger Bestäuber im Frühling.
Förderung im Garten
Im eigenen Garten lässt sich die Frühlings-Pelzbiene gut fördern. Offene Bodenstellen, kleine Lehm- oder Sandhügel sowie unverputzte Mauern bieten geeignete Nistmöglichkeiten. Früh blühende, nektar- und pollenreiche Pflanzen (s.o.) sind besonders wertvoll. Auf Pestizide sollte verzichtet werden, und ein naturnaher Garten mit vielfältigen Blüten und offenen Bodenflächen schafft ideale Bedingungen, damit diese charmante Wildbiene auch in Zukunft häufig zu beobachten ist.

