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Gewöhnlicher Hornklee – Lotus corniculatus

Goldgelbe Blüten als Treffpunkt für zahlreiche Insekten

Der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler bzw. Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und in weiten Teilen Europas verbreitet. Charakteristisch sind seine niederliegenden bis aufsteigenden Stängel sowie die gefiederten Blätter, die aus jeweils fünf Blättchen bestehen. Die direkt an der Ansatzstelle des Blattes sitzenden beiden Blättchen werden als Nebenblätter bezeichnet; sie sind bei allen Schmetterlingsblütlern zu finden (und auch bei anderen Pflanzenfamilien, wie z.B. den Rosengewächsen). Eine besondere botanische Eigenschaft aller Schmetterlingsblütler ist die Fähigkeit zur Symbiose mit stickstofffixierenden Knöllchenbakterien, wodurch die Pflanzen auch nährstoffarme Standorte besiedeln können.

Der Gewöhnliche Hornklee bevorzugt sonnige, eher trockene bis mäßig feuchte Standorte und ist häufig auf mageren Wiesen, an Wegrändern, Böschungen und in Trockenrasen zu finden. Er gilt als wichtige Art des extensiv genutzten Grünlandes und trägt zur Bodenverbesserung bei, da er Luftstickstoff im Boden anreichert und somit die Bodenfruchtbarkeit erhöht.

Die Blüten erscheinen meist zwischen Mai und September in kleinen doldigen Blütenständen. Sie sind leuchtend gelb gefärbt und zeigen oft rötliche Streifen oder Verfärbungen im Alter. Typisch für Schmetterlingsblütler ist der komplexe Aufbau der Kronblätter aus Fahne, Flügeln und Schiffchen. Die Blütenbiologie ist auf Fremdbestäubung ausgelegt: Beim Insekten-Besuch wird durch Druck auf die Flügel das Schiffchen geöffnet, wodurch Staubblätter und Griffel freigelegt werden und der Pollen übertragen werden kann.

Zu den wichtigsten Blütenbesuchern zählen verschiedene Wildbienenarten, Hummeln und Schmetterlinge. Besonders Hummeln sind effektive Bestäuber, da sie durch ihr Gewicht den notwendigen Mechanismus zur Pollenfreisetzung auslösen. Auch einige Käfer und Fliegen besuchen die Blüten, spielen jedoch eine geringere Rolle bei der Bestäubung.

Wildbienen: *** / Schmetterlinge: *** / Käfer: **

Der Gewöhnliche Hornklee gehört zur Pflanzenfamilie der Schmetterlingsblütler und hat ebenfalls eine starke Wirkung auf Bienen und viele Tagfalter, aber auch auf Käfer. Er bildet zahlreiche gelb leuchtende Blüten und hat eine auffällig lange Blühphase, die im Mai beginnt und bis in den August andauert. Gelb gehört zu den Farben, die viele Insekten sehr gut wahrnehmen können. Besonders Wildbienen, Hummeln und kleine Falter reagieren stark auf gelbe Blüten. Wie viele Schmetterlingsblütler besitzt auch der Hornklee UV-reflektierende Bereiche, die Bestäuber direkt zur Nektarquelle führen. Die Blüten verändern mit zunehmendem Alter zudem oft ihre Farbe von leuchtend gelb zu orange oder rötlich. Das kann Insekten anzeigen, welche Blüten noch viel Nektar enthalten. Für Schmetterlinge ist der Gewöhnliche Hornklee auch als Raupenfutterpflanze von großer Bedeutung. So fressen bspw. Raupen von Widderchen-, Bläulings- oder Dickkopffalterarten an Hornklee.

Unter den Wildbienen finden sich einige Arten, die beim Blütenbesuch auf Schmetterlingsblütler spezialisiert sind.

Schmetterlingsblütler-Spezialisten in Ostwestfalen-Lippe (in NRW gefährdete Arten im Fettdruck):

  • Esparsetten-Sandbiene (Andrena gelriae)
  • Zaunwicken-Sandbiene (Andrena lathyri)
  • Rothaarige Kleesandbiene (Andrena similis)
  • Grobpunktierte Kleesandbiene (Andrena wilkella)
  • Luzerne-Sägehornbiene (Melitta leporina)
  • Dreizahn-Stängelbiene (Hoplitis tridentata)
  • Platterbsen-Mörtelbiene (Megachile ericetorum)
  • Schwarzbürstige Blattschneiderbiene (Megachile nigriventris)
  • Große Harzbiene (Trachusa byssina)
  • Juni-Langhornbiene (Eucera longicornis)

Obwohl nicht alle diese Spezialisten den Gewöhnlichen Hornklee als Pollenquelle nutzen, finden sich jedoch einige Arten hier ein. Auch für eine große Zahl von Pollen-Generalisten ist der Gewöhnliche Hornklee sehr attraktiv. Eine Schmetterlingsblütler-Spezialistin, die man im Garten an Hornklee oft beobachten kann, ist die Platterbsen-Mörtelbiene. Während sie sich bei Pollenquelle sehr wählerisch verhält, ist sie hinsichtlich des Nistplatzes sehr anpassungsfähig. Sie nutzt vorhandene Röhren und Spalten, zum Beispiel hohle Pflanzenstängel, Käferfraßgänge in Totholz, Mauerritzen und manchmal auch Nisthilfen mit passenden Bohrlöchern. Ihren deutschen Namen trägt sie, weil sie die Brutzellen mit einem Gemisch aus Erde, Sand, kleinen Steinchen und Speichel auskleidet und verschließt – also mit einer Art natürlichem Mörtel. In einer Röhre legt das Weibchen mehrere Kammern an. Jede Zelle enthält einen Pollenvorrat mit Nektar und ein Ei und wird danach sorgfältig verschlossen.

Der Gewöhnliche Hornklee wächst und versamt sich besonders gut auf kalkhaltigem und steinigem Untergrund. Er eignet sich daher sehr gut, um gut besonnte Schotterflächen zu begrünen und mit einem Meer aus Blüten zu bedecken.

Gewöhnlicher Hornklee

Garten-Wollbiene – Megachile willoughbiella

Goldene Schneckenhausbiene – Osmia aurulenta