Aussehen und Merkmale
Die Schwebfliege Eristalis tenax gehört zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Vertretern der Schwebfliegen. Ihr kompakter, bienenähnlicher Körperbau mit braun-schwarzer Färbung und gelblichen Binden ist ein klassisches Beispiel für Mimikry: Durch das täuschende Erscheinungsbild ähnelt sie Honigbienen, ohne jedoch zu stechen. Charakteristisch sind zudem die großen Facettenaugen, die schnelle, ruckartige Flugweise sowie die Fähigkeit, im Schwirrflug nahezu an derselben Stelle zu „stehen“. Sie ist allerdings leicht mit weiteren Arten aus der Gattung Eristalis zu verwechseln (z.B. die Mittlere Keilfleckschwebfliege Eristalis nemorum), die nicht nur optisch ähnlich aussehen, sondern auch ein ähnliches Verhalten zeigen können.
Verbreitung und Lebensräume
Die Mistbiene kommt weltweit in gemäßigten und warmen Regionen vor und gilt als Kulturfolger. Man findet sie in nahezu allen offenen bis halboffenen Lebensräumen – Wiesen, Gärten, Parks, Waldrändern und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ihre große ökologische Toleranz ermöglicht es ihr, auch urbane Räume problemlos zu besiedeln.
Lebenszyklus und Entwicklung
Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen und spielen eine wichtige Rolle als Bestäuber. Die Eiablage erfolgt überwiegend in stark organisch belasteten, feuchten Substraten wie Jauchegruben, verrottendem Pflanzenmaterial oder schlammigen Pfützen, daher wohl auch der Name „Mistbiene“. Die Larven, die sogenannten „Rattenschwanzlarven“, besitzen ein charakteristisches langes Atemrohr und leben im nährstoffreichen, oft sauerstoffarmen Schlamm. Nach mehreren Wochen verpuppen sie sich in trockeneren Bereichen und entwickeln sich zu robusten, langlebigen Imagines.
Förderung im Garten
Eristalis tenax lässt sich durch ein vielfältiges Blütenangebot gut im eigenen Garten unterstützen. Besonders geeignet sind ungefüllte Korbblütler, Doldenblütler, Lippenblütler und früh- wie spätblühende Stauden. Eine naturnahe Gestaltung mit offenen Bodenstellen, verrottendem Pflanzenmaterial und einer kleinen Wasserstelle mit flachen Ufern verbessert die Habitatqualität zusätzlich. Auch das Belassen von Laub- und Mulchschichten sowie der Verzicht auf Pestizide schaffen ideale Voraussetzungen für diese nützliche Schwebfliege.

