Vorkommen und Erscheinungsbild
Die Weiße Taubnessel (Lamium album) ist eine weit verbreitete Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Trotz des ähnlichen Aussehens wegen der gezähnten Blätter und ihrem aufrechten Wuchs besitzt sie – anders als die Brennnessel – keine Brennhaare und „brennt“ daher nicht. Ursprünglich stammt sie aus dem gemäßigten Teil Eurasiens, heute ist sie infolge der Verschleppung durch den Menschen auch in vielen anderen Regionen der gemäßigten Zone verbreitet. Typische Standorte sind nährstoffreiche Böden an Wegrändern, Hecken und Gärten sowie allgemein in Siedlungsnähe.
Blütenmerkmale
Auffällig ist ihre lange Blütezeit: Von Frühling bis in den Herbst hinein kann die Weiße Taubnessel neue Blüten bilden. Diese sind in Scheinquirlen um den Stängel angeordnet und besitzen die für Lippenblütler typische zweilippige Form. Die große, helmförmige Oberlippe schützt die Fortpflanzungsorgane vor Regen, während die Unterlippe als „Landeplatz“ für Insekten dient.
Ökologische Bedeutung für Insekten
Besonders wichtig sind Hummeln als Bestäuber. Arten wie Erd- oder Ackerhummeln sind kräftig genug, um in die Blüten einzudringen und den Nektar am Grund der Blütenröhre zu erreichen. Dabei streifen sie an Staubblättern und Narbe entlang und übertragen den Pollen von Pflanze zu Pflanze. Auch größere Wildbienen nutzen die Blüten regelmäßig. Kleinere Insekten gelangen oft nicht an den Nektar; manche versuchen daher, seitlich ein Loch in die Blütenröhre zu beißen – ein Verhalten, das als „Nektarraub“ bekannt ist.
Nach der Bestäubung reifen kleine Nüsschen heran, deren ölhaltige Anhängsel Ameisen anlocken. Diese verbreiten die Samen dieser häufigen Wiesenpflanze.
